Richtlinie zur zulässigen Nutzung
Wofür Guard.ch genutzt werden darf, was nicht erlaubt ist und was bei Verstössen geschieht.
1. Zweck und Geltungsbereich
Diese Richtlinie zur zulässigen Nutzung (die «Richtlinie») legt fest, wie Guard.ch genutzt werden darf und wie nicht. Sie ist Bestandteil der Nutzungsbedingungen; Begriffe wie «Kunde», «Nutzer», «Session» oder «Extension» haben die dort festgelegte Bedeutung. Sie gilt für den Kunden, seine Nutzer und jede Person oder Anwendung, die über das Konto des Kunden eine Session nutzt, auch für KI-Agenten mit Agent-Steuerung und für Gäste mit einem Link zum Teilen.
Guard.ch ist für berufliche Arbeit in Cloud-Browsern gemacht, auch dafür, unbekannte oder verdächtige Links fern vom eigenen Gerät zu öffnen. Eine gefährliche Website zu öffnen, um sie zu verstehen, zu melden oder andere zu schützen, ist zulässig; den Dienst zu nutzen, um Schaden anzurichten, ist es nicht.
2. Allgemeine Verbote
Der Kunde und seine Nutzer dürfen den Dienst nicht nutzen und niemand anderem ermöglichen, ihn zu nutzen, um:
- eine bestimmte oder bestimmbare natürliche Person zu stalken, zu belästigen, einzuschüchtern oder zu überwachen oder ohne Rechtsgrundlage Profile oder Dossiers über Privatpersonen anzulegen;
- Penetrationstests, Schwachstellen-Scans, Exploits oder andere Sicherheitstests an Systemen durchzuführen, die dem Kunden nicht gehören und für deren Prüfung er keine schriftliche Erlaubnis hat. Der Dienst ist ein Cloud-Browser, keine Plattform für unbefugte Zugriffe, Einbrüche oder Denial-of-Service-Angriffe;
- Authentifizierung, Paywalls, Rate Limits, Betrugs- oder Bot-Schutz Dritter zu umgehen oder mit einem Serverstandort oder Residential-Anschluss eine Beschränkung zu unterlaufen, die ein Dritter gegenüber dem Nutzer anwenden muss oder darf, etwa eine Sperre aufgrund von Sanktionsrecht;
- Websites Dritter oder Personendaten zu scrapen, zu spiegeln oder systematisch abzugreifen, auch durch automatisierte Sessions über die Agent-Steuerung oder die API. Automatisierte Sessions für legitime Tests, Überwachung oder Forschung sind zulässig; fortlaufendes Abgreifen fremder Inhalte oder Personendaten im grossen Stil ist es nicht;
- wissentlich Inhalte zu öffnen oder über den Dienst zu beschaffen oder zu verbreiten, die nach Schweizer Recht oder nach dem Recht am Tätigkeitsort des Nutzers illegal sind, darunter Darstellungen von sexuellem Kindsmissbrauch, Aufrufe zu Gewalt oder andere strafrechtlich verbotene Inhalte. Zeigt eine in gutem Glauben gestartete Session solche Inhalte, beendet der Nutzer die Session, speichert, kopiert und teilt nichts davon, und der Kunde meldet den Vorfall an legal@guard.ch;
- Betrug, Phishing, Scams oder Identitätstäuschung zu begehen oder zu unterstützen, etwa gestohlene Zugangsdaten oder Zahlungskarten zu testen, im grossen Stil gefälschte Konten anzulegen oder Klick- und Werbebetrug zu betreiben;
- Malware zu hosten, zu verbreiten oder zu steuern, Kryptowährungen zu schürfen oder eine Session oder ihren Netzwerkausgang als Proxy oder Relay für andere Geräte oder für Dritte zu verwenden;
- andere rechtswidrige Zwecke zu verfolgen oder Rechte Dritter zu verletzen, die der Kunde zu wahren hat;
- den Dienst zurückzuentwickeln, zu dekompilieren oder seinen Quellcode abzuleiten, es sei denn, ein solches Verbot ist nach anwendbarem Recht unzulässig;
- den Dienst ohne unsere vorherige schriftliche Zustimmung weiterzuverkaufen, zu unterlizenzieren oder Dritten als bezahltes Produkt zugänglich zu machen, auch nicht als White-Label-Angebot. Erlaubt sind die interne Nutzung durch Tochtergesellschaften und verbundene Unternehmen des Kunden sowie Beratungsmandate, bei denen ein Nutzer im Workspace des Kunden die Website oder Links eines Mandanten öffnet;
- die Integrität oder Leistung des Dienstes zu beeinträchtigen, etwa durch Manipulation der Isolationsschicht, Ausbruchsversuche aus einem Container, Eingriffe in die Sicherheits-Extensions oder das Ausspähen von Workspaces oder Sessions anderer Kunden;
- unseren IP-Adressraum, unsere Mail-Domain oder unser rDNS zu missbrauchen, um unaufgeforderte Nachrichten zu versenden, Dritten mittels Phishing Zugangsdaten zu entlocken oder den Ruf unseres Netzwerks anderweitig zu schädigen.
3. Sessions, Netzwerkausgänge und Dateien
- Nutze nicht mehr Sessions, Ressourcen oder Datenverkehr, als der Plan vorsieht, und umgehe weder die Grenzen des Plans noch die Zeitlimiten der Sessions oder des Gratis-Starts, etwa mit mehreren Konten.
- Ein eigener Proxy oder ein eigenes WireGuard-VPN muss einer sein, den der Nutzer oder der Workspace verwenden darf. Er darf keinen Datenverkehr ohne Zustimmung über Geräte oder Netze Dritter leiten.
- Residential-Anschlüsse laufen über das Netz eines Drittanbieters. Sie dürfen nicht für Spam, das massenhafte Anlegen von Konten, Credential Stuffing, Angriffe oder anderes genutzt werden, das den Teilnehmern dieses Netzes oder dem Ruf seiner Adressen schadet.
- Für Dateien, die in eine Session hochgeladen oder aus ihr heruntergeladen werden, ist der Nutzer verantwortlich. Der Dienst darf nicht dazu dienen, rechtsverletzende oder rechtswidrige Dateien zu speichern oder zu verbreiten oder Malware auf Geräte oder in Netze zu bringen, wo sie Schaden anrichten kann.
4. Anonyme Mail
Die Anonyme Mail gibt jedem Nutzer ein Postfach, das nur empfängt, für Anmeldungen und Nachrichten, die nicht an eine private oder geschäftliche Adresse gehen sollen. Nutzer dürfen es nicht verwenden, um:
- andere auf rechtswidrige Weise über ihre Identität zu täuschen oder Betrug zu begehen;
- Inhalte zu empfangen, deren Besitz rechtswidrig ist, oder Mail zu sammeln, die an jemand anderen gerichtet ist;
- bei Diensten Dritter massenhaft oder automatisiert Konten anzulegen oder eine Sperre zu umgehen, die ein solcher Dienst rechtmässig verhängt hat;
- Aliasse zu reservieren, um sie anderen vorzuenthalten, oder mit Aliassen zu handeln.
Mails können gefährliche Links und Anhänge enthalten. Öffne sie in einer Session statt auf deinem eigenen Gerät.
5. Agent-Steuerung, API und Anwendungen
- Eine Anwendung mit Agent-Steuerung handelt mit den Berechtigungen des Kontos, das sie verbunden hat. Der Nutzer bleibt für ihr Handeln verantwortlich und muss sie beaufsichtigen, soweit ihre Aktionen Dritten schaden können.
- Agent-Steuerung, CDP und API dürfen nicht für Angriffe, Credential Stuffing, das massenhafte Anlegen von Konten, das Aufkaufen von Tickets oder knappen Waren mit Bots, Klick- oder Werbebetrug oder anderen automatisierten Missbrauch genutzt werden.
- API-Schlüssel sind geheim zu halten und nur im Header einer Anfrage zu senden. Ein Schlüssel, der nach aussen gelangt sein könnte, ist sofort zu widerrufen.
- Es gelten Rate Limits, und die API darf nicht auf undokumentierte oder nicht erlaubte Weise genutzt werden.
7. Sicherheitsforschung und Sicherheits-Extensions
Verdächtige Links, Phishing-Seiten und Malware-Websites zu öffnen, um sie zu verstehen, Menschen zu schützen oder sie zu melden, ist ein Zweck, für den Guard.ch gebaut ist, solange Nutzer beobachten und sich nicht an einem Angriff beteiligen. Insbesondere gilt:
- Gib auf einer Seite, die nach Phishing aussieht, keine echten Zugangsdaten, Zahlungsdaten oder anderen Personendaten Dritter ein.
- Heruntergeladene Dateien bleiben in der Session, solange ein Nutzer sie nicht auf ein Gerät speichert. Behandle eine Datei, die eine Session als gefährlich markiert, als Malware.
- Befunde der Sicherheits-Extensions sind Einschätzungen (Ziffer 7 der Nutzungsbedingungen) und dürfen nicht als Feststellung von Guard.ch veröffentlicht werden.
8. Durchsetzung
Wir prüfen die Inhalte von Sessions und Postfächern nicht routinemässig. Wir überwachen Ressourcennutzung, Verkehrsmuster und Missbrauchssignale und sehen uns Metadaten an, wenn eine Beschwerde eingeht oder wir verdächtige Aktivitäten feststellen, wie in der Datenschutzerklärung beschrieben. Stellen wir einen Verstoss gegen diese Richtlinie fest, können wir je nach Schwere:
- den Kunden verwarnen und auffordern, die Aktivität einzustellen;
- Sessions beenden, Extensions ausschalten oder einen Mail-Alias oder eine Adresse sperren;
- einen Nutzer, einen Workspace oder das Konto drosseln oder sperren (Ziffer 13 der Nutzungsbedingungen);
- den Zugang nach Ziffer 14 der Nutzungsbedingungen beenden;
- das Verhalten der zuständigen Behörde melden, wo das Gesetz es verlangt oder erlaubt.
Wo möglich, informieren wir den Kunden vorher und geben ihm Gelegenheit zur Stellungnahme; bei schweren Verstössen wie Angriffen oder illegalen Inhalten können wir sofort handeln. Hält der Kunde unser Vorgehen für falsch, kann er innert 14 Tagen schriftlich an legal@guard.ch Einspruch erheben; ein Mensch prüft dann den Entscheid.
9. Missbrauch melden
Missbrauch im Zusammenhang mit Guard.ch, auch Datenverkehr von unseren Adressen oder Mail an eine Adresse auf unserer Mail-Domain, meldest du an legal@guard.ch, mit Zeitpunkt, den beteiligten Adressen und einer Beschreibung. Wir prüfen jede Meldung und schützen die Identität der meldenden Person, soweit das Gesetz es zulässt.
10. Änderungen dieser Richtlinie
Wir können diese Richtlinie anpassen, etwa wenn neue Extensions dazukommen oder sich das Recht ändert. Wesentliche Änderungen kündigen wir mindestens 30 Tage vor ihrem Inkrafttreten per E-Mail oder im Dashboard an, wie in Ziffer 22 der Nutzungsbedingungen beschrieben.
11. Kontakt
Fragen zu dieser Richtlinie schickst du an legal@guard.ch. Unsere Postadresse steht im Impressum.